Klimaanlage in der Mietwohnung: was erlaubt ist – und was davon wirklich kühlt
Die Frage hat zwei Hälften, und im Netz stehen sie getrennt. Rechtsratgeber erklären, was du einbauen darfst, und nennen kein einziges Gerät. Produktlisten nennen Geräte und übergehen die Einschränkung, wegen der du überhaupt suchst. Diese Seite verbindet beides: erst was die Quellen zum Einbau sagen, dann was die drei möglichen Wege in einem Raum tatsächlich an Kühlleistung bringen.
Die kurze Antwort
Die drei Wege, einen Raum zu kühlen, unterscheiden sich zuerst darin, was sie am Gebäude anfassen. Ein mobiles Gerät wird aufgestellt, sein Abluftschlauch führt aus einem Fenster oder einer Tür, und danach ist die Wohnung unverändert. Ein mobiles Splitgerät stellt sein Außenteil auf den Balkon oder hängt es ans Geländer; auch da wird nichts montiert. Ein fest installiertes Splitgerät braucht eine Bohrung durch die Wand und ein Außengerät an der Fassade.
Nur der dritte Weg verändert die Mietsache, und darüber entscheidest nicht du. Die Kühlleistung läuft in die Gegenrichtung: Der Weg, der am wenigsten am Gebäude verlangt, verliert am meisten Leistung – und die Zahl auf dem Karton sagt das nicht. Unten steht, wie viel jeder Weg in einem 30-m²-Beispielraum erreicht.
Was im Gesetz steht
Das BGB nennt vier bauliche Maßnahmen, deren Erlaubnis Mieterinnen und Mieter ausdrücklich verlangen können: Barrierereduzierung, das Laden von Elektrofahrzeugen, Einbruchsschutz und Steckersolargeräte. Kühlung steht nicht auf dieser Liste.
Quelle: § 554 BGB (Barrierereduzierung, E-Mobilität, Einbruchsschutz und Steckersolargeräte)Für die Wohnung selbst gilt die allgemeine Regel des Mietvertrags: Die Vermietung überlässt sie im vertragsgemäßen Zustand und hat sie darin zu erhalten.
Quelle: § 535 BGB (Inhalt und Hauptpflichten des Mietvertrags)Was in deinem Fall gilt, steht damit nicht fest: Dein Mietvertrag kann eigene Regeln enthalten, und je nach Vorhaben kommen Hausordnung, Lärmschutz oder Bauordnung hinzu. Diese Seite ist keine Rechtsberatung und ersetzt keine. Sie gibt wieder, was in den verlinkten Quellen steht – im Zweifel fragst du deine Vermietung oder einen Mieterverein.
Hitze in der Wohnung ist außerdem nicht automatisch ein Mangel. Ob eine Mietminderung überhaupt in Betracht kommt, richtet sich nach § 536 BGB und ist eine Frage des Einzelfalls, die Gerichte entscheiden.
Quelle: § 536 BGB (Mietminderung bei Sach- und Rechtsmängeln)Das BGH-Urteil vom Juli 2026 betrifft Eigentümer – nicht Mieter
Im Juli 2026 hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass ein Wohnungseigentümer von der Eigentümergemeinschaft grundsätzlich verlangen kann, ein Klima-Splitgerät auf seinem Balkon einbauen zu dürfen. Befürchtete Geräusche oder Kondenswasser aus dem späteren Betrieb reichen als Ablehnungsgrund für sich genommen nicht.
Quelle: BGH, Urteil vom 17. Juli 2026 – V ZR 162/25 (Pressemitteilung des Bundesgerichtshofs)Das Urteil beruht auf § 20 WEG, dem Recht der Wohnungseigentümergemeinschaft. Es geht um das Verhältnis zwischen einem Eigentümer und den anderen Eigentümern seines Hauses.
Quelle: § 20 WEG (Bauliche Veränderungen im Wohnungseigentum) · BGH, Urteil vom 17. Juli 2026 – V ZR 162/25 (Pressemitteilung des Bundesgerichtshofs)Für ein Mietverhältnis folgt daraus nichts. Das Urteil begründet keinen Anspruch gegen eine Vermietung, es ändert nichts daran, dass eine bauliche Veränderung deren Zustimmung braucht, und es lässt sich nicht auf einen Mietvertrag übertragen – § 20 WEG gilt für Wohnungseigentum, nicht für Miete. Das Urteil taucht in vielen Ratgebern zur Mietwohnung auf; prüfe dort, ob zwischen Eigentum und Miete unterschieden wird, denn die Antwort ist eine andere.
Quelle: § 20 WEG (Bauliche Veränderungen im Wohnungseigentum) · BGH, Urteil vom 17. Juli 2026 – V ZR 162/25 (Pressemitteilung des Bundesgerichtshofs)Relevant wird es indirekt: Wohnt deine Vermietung in einer Eigentümergemeinschaft, entscheidet über ein Außengerät an der Fassade am Ende auch diese Gemeinschaft.
Quelle: § 20 WEG (Bauliche Veränderungen im Wohnungseigentum)Warum die Nennleistung nicht die Raumleistung ist
Ein Einschlauch-Monoblock bläst Raumluft nach draußen. Diese Luft muss nachströmen, also kommt durch Fugen, Türspalten und die Fensterabdichtung warme Außenluft zurück in den Raum. Das Gerät kühlt damit zum Teil Luft, die es selbst hereingezogen hat.
Die Nennleistung stimmt trotzdem. Die Prüfnorm dahinter misst bei gleicher Innen- und Außentemperatur, und unter diesen Bedingungen erreicht das Gerät seine Angabe – nur zieht der Prüfaufbau die nachströmende Warmluft nicht ab. Die Europäische Kommission hat den Effekt bei der Überprüfung ihrer eigenen Verordnung durchgerechnet: Aus 2,6 kW Nennleistung werden bei einem Einschlauch-Gerät rund 1,5 kW nutzbare Kühlleistung; ein Doppelschlauch-Gerät behält seine 2,6 kW.
Quelle: Europäische Kommission, Überprüfung der Verordnungen (EU) 206/2012 und 626/2011, Task 3 – Users, Abschnitt 3.1.6, Tabelle 11 (PDF, englisch) · Verordnung (EU) Nr. 206/2012 (Ökodesign-Anforderungen an Luftkonditionierer, EUR-Lex)Wie stark der Verlust ausfällt, hängt vom Temperaturunterschied ab – es ist eine Kurve, keine feste Zahl. Coolonda rechnet konservativ mit 60 % der Nennleistung für Einschlauch-Monoblocks. Splitgeräte und Doppelschlauch-Geräte tauschen keine Raumluft aus und werden nicht heruntergerechnet.
Quelle: Europäische Kommission, Überprüfung der Verordnungen (EU) 206/2012 und 626/2011, Task 3 – Users, Abschnitt 3.1.6, Tabelle 11 (PDF, englisch)Auch die Testwerte, die du sonst findest, sind unter besseren Bedingungen entstanden, als eine Mietwohnung sie bietet. Stiftung Warentest berichtet über einen Test der französischen Partnerorganisation und schreibt dazu, die Prüfer hätten im Labor mit einem abgedichteten Wanddurchbruch für den Abluftschlauch gemessen; werde die Abluft durch ein leicht geöffnetes Fenster geführt, könne die Kühlleistung sinken. Ein abgedichteter Wanddurchbruch ist genau das, was in einer Mietwohnung ohne Zustimmung nicht geht.
Quelle: Stiftung Warentest, „Mobile Klimaanlagen im Test: Flexibel, aber wenig effizient“ (test.de)Im selben Test kommt Stiftung Warentest auf eine bis zu siebenmal geringere Effizienz der mobilen Monoblock-Geräte gegenüber fest installierten Klimageräten.
Quelle: Stiftung Warentest, „Mobile Klimaanlagen im Test: Flexibel, aber wenig effizient“ (test.de)Der Weg, der ohne Bohren am weitesten kommt
Ein mobiles Splitgerät hat ein Innen- und ein Außenteil, verbunden durch eine dünne Kältemittelleitung, die durch eine angelehnte Balkontür oder ein Fenster geführt wird. Es bläst keine Raumluft nach draußen, also entsteht kein Unterdruck und es strömt keine warme Luft nach. Montiert wird nichts – das Außenteil muss nur sicher stehen oder hängen können.
Stiftung Warentest kommt zum selben Schluss und schreibt zum Midea PortaSplit, es habe im Test eine Effizienz auf dem Niveau mancher fester Splitgeräte erreicht. Coolonda rechnet dieses Gerät nicht herunter, weil es keine Raumluft austauscht – dieselbe Bewertung, auf einem anderen Weg erreicht.
Quelle: Stiftung Warentest, „Mobile Klimaanlagen im Test: Flexibel, aber wenig effizient“ (test.de) · Europäische Kommission, Überprüfung der Verordnungen (EU) 206/2012 und 626/2011, Task 3 – Users, Abschnitt 3.1.6, Tabelle 11 (PDF, englisch)Drei Wege – und was jeder in 30 m² erreicht
Beispielraum: 30 m², normale Deckenhöhe, durchschnittliche Dämmung, keine starke Sonne, mittleres Geschoss. Das sind 80 W/m², also 2,4 kW Kühllast. Dieselbe Rechnung, die der Fragebogen mit deinen eigenen Angaben macht.
Ohne Bohren
Abluftschlauch am Fenster
De'Longhi PAC AP140i GentleJet
Monoblock
- Nennleistung3,7 kW
- Im Raum wirksam2,22 kW
93 %Bedarf gedeckt
Coolonda-Planung: 3,7 kW × 60 % = ca. 2,2 kW
1.050 € · Ausverkauft
Mit Balkon, Geländer oder Sims
Außengerät braucht sicheren Platz
Midea PortaSplit
Mobile Split-Klimaanlage
- Nennleistung3,5 kW
- Im Raum wirksam3,5 kW
100 %Bedarf gedeckt
1.099 € · Ausverkauft
Mit Bohren
Bohrung + Zustimmung erforderlich
Kältebringer R290 A+++ Split Klimaanlage 12.000 BTU
Split-Klimaanlage
- Nennleistung3,5 kW
- Im Raum wirksam3,5 kW
100 %Bedarf gedeckt
969 € · Auf Lager
Die Prozentzahl ist der Anteil der 2,4 kW, den das Gerät im Beispielraum tatsächlich liefert. Preise und Lagerstatus stammen aus der zuletzt geprüften Händlerseite und können sich geändert haben.
Ausverkauft ist kein Urteil über das Gerät. Derzeit sind 42 der 65 Geräte, für die wir ein deutsches Händlerangebot lesen können, nicht lieferbar. Der Lagerstatus ändert sich wöchentlich – daran, welcher Weg zu deinem Raum passt, ändert er nichts.
Was das für dich heißt
Der Weg, der am wenigsten am Gebäude verändert, hat den größten Leistungsverlust – und der Weg mit der vollen Leistung braucht eine Zustimmung, die du vielleicht nicht bekommst. Dazwischen liegt das mobile Splitgerät: kein Bohren, und trotzdem keine Raumluft, die nach draußen geblasen wird – vorausgesetzt, das Außenteil hat einen sicheren Platz.
Welcher Weg für deinen Raum reicht, hängt an Größe, Geschoss, Sonne, Dämmung und daran, welche Fenster du nutzen könntest. Der Fragebogen fragt genau das ab und rechnet mit denselben Zahlen wie diese Seite.
Weiterlesen
- Welche Klimaanlage für 30, 60 oder 100 m²?Dieselbe Rechnung für drei Raumgrößen – und warum die übliche Faustformel zu klein rechnet.
- Klimaanlage ohne Abluftschlauch: was du wirklich bekommstFalls du nach einem Gerät ohne Schlauch suchst, weil sich dein Fenster nicht abdichten lässt.
Rechne es für deinen Raum
Neun Fragen zu Raum, Geschoss, Sonne, Dämmung und Fenstern. Am Ende steht, was in deinem Raum wirklich ankommt – mit denselben Zahlen wie auf dieser Seite.
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