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Klimaanlage ohne Abluftschlauch: was du wirklich bekommst

Hinter diesem Suchbegriff stehen zwei völlig verschiedene Geräte. Das eine verdunstet Wasser und senkt die Raumtemperatur kaum. Das andere ist ein mobiles Splitgerät, das tatsächlich ohne Abluftschlauch auskommt und einen Raum kühlt. Diese Seite trennt die beiden – und zeigt, was in deinem Fenster sonst noch möglich ist.

Der Suchbegriff meint zwei Geräte

Verdunstungskühler werden als Luftkühler, als Air Cooler und genau unter diesem Stichwort verkauft. Sie blasen Raumluft über einen nassen Filter. Einen Kältekreis haben sie nicht, und damit auch keinen Weg, Wärme aus dem Raum nach draußen zu bringen.

Mobile Splitgeräte haben ein Innen- und ein Außenteil, verbunden durch eine dünne Kältemittelleitung. Sie haben ebenfalls keinen Abluftschlauch, transportieren die Wärme aber über das Außenteil nach draußen. Das ist der Unterschied, an dem alles hängt.

Was ein Verdunstungskühler leistet

Der Energieversorger EnBW schreibt es in seinem eigenen Ratgeber deutlich: „Die Raumtemperatur sinkt dadurch aber meist kaum.“ Und weiter: „Durch Verdunstung kann die Luftfeuchtigkeit steigen – das Raumklima wird dann eher schwül als kühl.“

Quelle: EnBW, „Klimaanlage ohne Abluftschlauch – was bringt sie wirklich?“ (Energieversorger, im Wortlaut geprüft)

Das ist keine Frage der Qualität oder des Preises, sondern der Bauart: Ein Gerät ohne Kältekreis kann dem Raum keine Wärme entziehen. Der Luftstrom kann sich auf der Haut angenehm anfühlen, so wie bei einem Ventilator. Die Temperatur im Raum ändert er nicht nennenswert.

Quelle: EnBW, „Klimaanlage ohne Abluftschlauch – was bringt sie wirklich?“ (Energieversorger, im Wortlaut geprüft)

Deshalb steht in unserem Katalog kein einziger Verdunstungskühler. Wir gleichen jedes Gerät gegen eine berechnete Kühllast in Kilowatt ab, und ein Gerät, das keine Wärme nach draußen bringt, hat auf dieser Skala keinen ehrlichen Platz.

Das Gerät, das wirklich ohne Abluftschlauch kühlt

Beim mobilen Splitgerät läuft die Kältemittelleitung durch eine angelehnte Balkontür oder ein Fenster; das Außenteil steht auf dem Balkon oder hängt am Geländer. Weil keine Raumluft nach draußen geblasen wird, entsteht kein Unterdruck und es strömt keine warme Luft nach. Gebohrt und montiert wird nichts.

Stiftung Warentest schreibt zum Midea PortaSplit, es habe im Test eine Effizienz auf dem Niveau mancher fester Splitgeräte erreicht. Wir kommen unabhängig davon zum selben Ergebnis: Weil das Gerät keine Raumluft austauscht, rechnen wir seine Nennleistung nicht herunter.

Quelle: Stiftung Warentest, „Mobile Klimaanlagen im Test: Flexibel, aber wenig effizient“ (test.de) · Europäische Kommission, Überprüfung der Verordnungen (EU) 206/2012 und 626/2011, Task 3 – Users, Abschnitt 3.1.6, Tabelle 11 (PDF, englisch)

Und wenn ein Schlauch doch in Frage kommt

Ein Monoblock mit Abluftschlauch kühlt einen Raum wirklich – er verliert nur einen Teil seiner Leistung dabei. Er bläst Raumluft nach draußen, die durch jede Fuge wieder hereinströmt, und kühlt dadurch zum Teil Luft, die er selbst hereingezogen hat. Die Europäische Kommission hat das in der Überprüfung ihrer eigenen Verordnung durchgerechnet: Aus 2,6 kW Nennleistung werden rund 1,5 kW nutzbare Kühlleistung.

Quelle: Europäische Kommission, Überprüfung der Verordnungen (EU) 206/2012 und 626/2011, Task 3 – Users, Abschnitt 3.1.6, Tabelle 11 (PDF, englisch) · Verordnung (EU) Nr. 206/2012 (Ökodesign-Anforderungen an Luftkonditionierer, EUR-Lex)

Selbst mit diesem Abzug bringt ein Monoblock deutlich mehr Kühlung als ein Verdunstungskühler, der überhaupt keine liefert. Wenn dein Fenster einen Schlauch zulässt, ist das der einfachste Weg zu echter Kühlung. Wenn nicht, ist das mobile Splitgerät der Weg ohne Bohren.

Quelle: EnBW, „Klimaanlage ohne Abluftschlauch – was bringt sie wirklich?“ (Energieversorger, im Wortlaut geprüft) · Europäische Kommission, Überprüfung der Verordnungen (EU) 206/2012 und 626/2011, Task 3 – Users, Abschnitt 3.1.6, Tabelle 11 (PDF, englisch)

Was in einem 30-m²-Raum tatsächlich ankommt

Beispielraum: 30 m², normale Deckenhöhe, durchschnittliche Dämmung, keine starke Sonne, mittleres Geschoss. Das sind 80 W/m², also 2,4 kW Kühllast. Zwei der drei Wege kommen ohne Abluftschlauch aus – aber nur einer davon auch ohne Bohren.

Ein Verdunstungskühler taucht hier nicht auf, weil sich für ihn kein Anteil an dieser Kühllast angeben lässt. Preise und Lagerstatus stammen aus der zuletzt geprüften Händlerseite.

Ausverkauft ist kein Urteil über das Gerät. Derzeit sind 42 der 65 Geräte, für die wir ein deutsches Händlerangebot lesen können, nicht lieferbar. Der Lagerstatus ändert sich wöchentlich – daran, welcher Weg zu deinem Raum passt, ändert er nichts.

Was das für dich heißt

Suchst du ein Gerät ohne Schlauch, weil dir der Schlauch im Fenster lästig ist, führt der Weg zum mobilen Splitgerät – vorausgesetzt, das Außenteil kann sicher stehen oder hängen. Suchst du eines, weil sich dein Fenster nicht abdichten lässt, ist es dieselbe Antwort aus einem anderen Grund.

Ein Verdunstungskühler ist in beiden Fällen nicht die Alternative, für die er verkauft wird. Welcher der drei Wege deinen Raum wirklich kühlt, hängt an Größe, Geschoss, Sonne, Dämmung und daran, welche Fenster du nutzen könntest.

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